Die Händler leiden am meisten: Einkaufen verboten

VON KLAUS D. SCHUMILAS -
zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 21:30

Der Stadtrat entschied am Freitag Abend in geheimer Abstimmung, dass es im nächsten Jahr statt vier nur zwei verkaufsoffene Sonntage geben wird. Die Händlerschaft ist empört.

Einkaufen in der Weihnachtszeit – das ist im nächsten Jahr sonntags nicht möglich. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Es sollte der Tag der Haushaltseinbringung werden. Doch nicht Bürgermeister Herbert Napp, der für den erkrankten Kämmerer Frank Gensler die schlechten Haushaltszahlen präsentierte, stand gestern im Stadtrat im Blickpunkt, sondern die heiße Diskussion um die vier verkaufsoffenen Sonntage im kommenden Jahr. Sie endete mit einer Schlappe für die CDU/FDP-Koalition: In geheimer Abstimmung entschieden die Stadtverordneten mit 29:28-Stimmen, dass am 7. November und 5. Dezember die Geschäfte geschlossen bleiben.

Der City-Treff und das ECE-Centermanagement (Huma-Park) hatten als verkaufsoffene Sonntage den 16. Mai, 26. September, 31. Oktober und 5. Dezember beantragt. Nach heftiger Kritik durch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche gegen eine Ladenöffnung am Reformationstag schlug die CDU gestern per Antrag anstelle des 31. Oktobers den 7. November vor. Mit großer Vehemenz griff der ehemalige Christdemokrat Reinhard Josef Wendt (jetzt Zentrumspartei) die CDU und deren positive Haltung zur Ladenöffnung ("Scheinheilig") an. Er bekam Rückendeckung von den Grünen, deren Fraktionsvorsitzender Michael Klinkicht von einer "Lehrstunde" für die CDU sprach und dem Zentrum zuerkannte, viel eher das "C" in ihrem Namen tragen zu können.

Geschockt reagierte Thomas Toll, Vorsitzender des City-Treffs: "Die beiden umsatzstärksten Sonntage wurden gestrichen. So ist Neuss chancenlos im Wettbewerb mit den umliegenden Städten." Er sprach von einer "Ohrfeige" für den Einzelhandel und kritisierte die Politiker: "Sie tragen nicht die Konsequenzen aus dieser Entscheidung, sondern die Händler. Jetzt sollten sie aber auch mit dafür sorgen, dass auch verkaufsoffene Sonntage in Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach gestrichen werden."

Kein Verständnis für die Ablehnung des Antrags der Kaufmannschaft zeigte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Baum: "Wir wollten dem Einzelhandel die Möglichkeit eröffnen, die gesetzlich möglichen vier verkaufsoffenen Sonntag zu bekommen." Das Abstimmungsergebnis wertete er nicht als Niederlage der Koalition, "weil wir die Abstimmung mehr oder weniger frei gegeben haben. Denn im Vorfeld haben einige gesagt, sie könnten aus ihrer Überzeugung heraus nicht mit der Fraktion stimmen."



 
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stella-k | 22.12.09 23:32 (1/8)
@hobre: Das liegt brach weils keiner haben will
Die Aussage, dass die Händler empört sind, ist hingegen falsch. Die Kosten, um Sonntags den Laden aufzumachen überwiegen bei weitem die Einnahmen, die Sonntags erzielt werden. Weil: das...
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HoBre | 21.12.09 18:03 (2/8)
stella-k
Es ist mir persönlich aber lieber, hier über die Äußerungen und Meinungen eines Herrn Toll zu sprechen und zu diskutieren, als von der Stadtverwaltung und unserem lieben Herrn Bürgermeister...
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stella-k | 20.12.09 23:49 (3/8)
Als Ergänzung
ich kenne einige Händler, die darüber sogar froh sind, alles kleinere Läden. Der Umsatz verlagert sich lediglich von Samstag auf Sonntag, dafür (0 Einnahmen mehr) aber mehrere Stunden die...
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